Praxis Prof. Dr. med. Rudolf A. Rupec
Facharzt Dermatologie FMH
Allergologie Abklärungen
CH-4500 Solothurn

Nesselfieber

 

Das Nesselfieber (die sog. Urtikaria) kann viele Ursachen haben. Unterschieden werden grundsätzlich akute (weniger als 4 Wochen dauernde), chronische (länger als vier Wochen anhaltende) und physikalische (durch Reize wie Wärme, Kälte, Reibung, Schwitzen oder körperliche Anstrengung ausgelöste) Urtikariaformen.
Das akute Nesselfieber wird meist durch Nahrungs-, Genuss- oder Arzneimitteleinnahme ausgelöst. Während bei Kindern vorwiegend Kuhmilch, Ei, Erdnüsse, Haselnüsse, Fisch und Erbsen als Auslöser wirken, ist bei Erwachsenen eher an Sellerie, Kiwi, Käse, Sesamkörner und Krustaceen zu denken. Da ein Grossteil der akuten Urtikarien innerhalb von wenigen Wochen abzuheilen pflegt, drängt sich eine Abklärung häufig nicht auf.
Bei der chronischen Urtikaria kommen neben Allergien gegenüber Grundnahrungsmitteln, Genuss- und Arzneimitteln, insbesondere Unverträglichkeiten bzw. Intoleranzen (Pseudoallergien) gegenüber Schmerz- und Konservierungsmitteln sowie Farbstoffen (sog. Additiva) ursächlich in Frage. Gelegentlich kann eine chronische Urtikaria auch bei umschriebenen Infektionen (durch Parasiten, Pilze, Bakterien und Viren), bei hormonellen Störungen und bei verschiedenen inneren Erkrankungen (z. B. Magen-Darm-Störungen, Tumorerkrankungen) beobachtet werden. Allerdings bleiben wahrscheinlich gut 50% der Fälle ungeklärt.  

           

Beachten Sie bitte noch folgende Punkte:

· Ein Nesselfieber heilt in der Regel innerhalb von wenigen Tagen ab. Es kann aber auch in seltenen Fällen jahrelang bestehen bleiben. Glücklicherweise existieren für hartnäckige Fälle sehr gut verträgliche Medikamente (sog. Antihistaminika, z. B. Aerius, Claritine,  Mizollen, Semprex, Telfast, Xyzal, Zyrtec ), welche die Krankheitszeichen befriedigend unterdrücken.

· Hauttestungen sind im akuten Stadium nicht möglich, weil normalerweise falsch positive Reaktionen resultieren. Ebenso unterdrücken die in der akuten Phase eingenommenen Antihistaminika während bis zu 4 Wochen positive Testreaktionen.

· Auch eine Substanz oder Speise, die jahrelang gut vertragen wurde, kann plötzlich Nesselfieber hervorrufen. Dabei genügen oft schon kleinste Mengen.

· Meistens kann der Patient besser als der Arzt den verantwortlichen Stoff oder den auslösenden Mechanismus herausfinden; dazu eignet sich erfahrungsgemäss das Führen eines „Tagebuches“ (genauer Ablauf der letzten 24 Stunden vor Auftreten der Krankheit).

· Geeignete Diäten können aufzeigen, ob ein Nesselfieber durch Nahrungsmittel ausgelöst wird oder nicht. Dazu eignen sich speziell die Additiva-freie Diät, die histaminarme Diät und die oligoallergene Diät. Beide sind ambulant durchführbar. Tritt nach 3 Wochen keine eindeutige Besserung ein, sind Nahrungsmittel als Ursache praktisch auszuschliessen.

Oligoallergene Diät 1  

Oligoallergene Diät 2  

Truthahn
Kartoffel und Kartoffelmehl
Karotten bzw. Rüben
Gekochte Aepfel
Olivenöl
Sojamilch
Kochsalz und Wasser  

Lamm
Reis und Reismehl
Kohl
Rhabarber
Pflanzliche (milchfreie) Margarine
Pflanzliche (milchfreie) Creme
Kochsalz und Wasser

 




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